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Stressmanagement & Workation

Gesundheit und moderne Arbeitswelten – vom Gesundheitstag bis zur Workation

Gesundheit, Wohlbefinden und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben spielen für Beschäftigte eine immer größere Rolle.

Unternehmen reagieren darauf mit unterschiedlichen Angeboten – von betrieblicher Gesundheitsförderung über flexible Arbeitszeiten bis hin zu neuen Arbeitsmodellen.

Auch bei HYDE beschäftigen wir uns regelmäßig mit der Frage, wie moderne Arbeitsbedingungen gestaltet werden können.

Ein Beispiel für die Förderung von Gesundheit im Unternehmen ist ein AOK-Gesundheitstag. Gleichzeitig gewinnen flexible Modelle wie die Workation an Aufmerksamkeit.

Doch was genau steckt dahinter?

Gesundheitstag als Impuls für den Arbeitsalltag

Gesundheitstage können Unternehmen dabei unterstützen, Mitarbeitende für körperliche und mentale Gesundheit zu sensibilisieren.

Je nach Angebot können unterschiedliche Themen im Mittelpunkt stehen, beispielsweise:

  • Bewegung und Ergonomie,
  • Ernährung,
  • Stressbewältigung,
  • Entspannung oder
  • gesundheitsbewusstes Verhalten im Arbeitsalltag.

Ein Gesundheitstag allein ersetzt jedoch kein langfristiges Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Er kann vielmehr ein Impuls sein, um Gesundheit stärker in den Arbeitsalltag zu integrieren und Mitarbeitende für bestimmte Themen zu sensibilisieren.

Was ist eine Workation?

Der Begriff Workation setzt sich aus den englischen Begriffen „Work“ und „Vacation“ zusammen.

Gemeint ist damit, dass Beschäftigte für einen begrenzten Zeitraum von einem anderen Ort aus arbeiten – beispielsweise aus einer Ferienregion oder aus dem Ausland.

Wichtig ist dabei:

Eine Workation ist kein Urlaub.

Während der vereinbarten Arbeitszeit wird regulär gearbeitet. Der Vorteil besteht darin, dass sich der Arbeitsort verändert und die freie Zeit vor oder nach der Arbeit in einer anderen Umgebung verbracht werden kann.

Ein klassisches Beispiel wäre, für zwei Wochen aus Spanien zu arbeiten und anschließend noch eine Woche Urlaub anzuschließen.

Welche Vorteile kann eine Workation bieten?

Eine Workation kann für Mitarbeitende unterschiedliche Vorteile haben.

Mehr Flexibilität

Beschäftigte können Arbeit zeitweise mit einem Aufenthalt an einem anderen Ort verbinden.

Neue Perspektiven

Ein Ortswechsel kann Abwechslung schaffen und neue Eindrücke ermöglichen.

Attraktiver Benefit

Für bestimmte Zielgruppen kann die Möglichkeit einer Workation ein interessanter Bestandteil der Arbeitgeberpositionierung sein.

Vertrauen und Eigenverantwortung

Workation setzt voraus, dass Unternehmen ihren Mitarbeitenden zutrauen, auch außerhalb des gewohnten Büros zuverlässig und selbstständig zu arbeiten.

Gerade für Unternehmen mit etablierten Remote-Work-Strukturen kann das Modell deshalb eine interessante Erweiterung bestehender Arbeitsformen sein.

Welche Herausforderungen bringt eine Workation mit sich?

So attraktiv das Arbeiten vom Urlaubsort klingt – in der Praxis gibt es einiges zu beachten.

Technische Voraussetzungen

Stabiles Internet, ein geeigneter Arbeitsplatz und sichere Zugänge zu Unternehmenssystemen müssen gewährleistet sein.

Ein Laptop am Pool klingt zwar nach Workation, entspricht aber nicht unbedingt den Anforderungen an konzentriertes und ergonomisches Arbeiten.

Kommunikation im Team

Zeitzonen und räumliche Distanz können die Zusammenarbeit erschweren.

Gerade bei internationaler Workation sollte deshalb vorab geklärt werden, zu welchen Zeiten Mitarbeitende erreichbar sein müssen.

Abgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit

Eine Workation sollte nicht dazu führen, dass Erholung vollständig mit Arbeit vermischt wird.

Wer arbeitet, nimmt keinen Urlaub. Tatsächliche Erholungszeiten sollten deshalb weiterhin bewusst eingeplant werden.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Besonders bei einer Workation im Ausland können arbeitsrechtliche, steuerliche, sozialversicherungsrechtliche und aufenthaltsrechtliche Fragen entstehen.

Unternehmen sollten deshalb nicht einfach davon ausgehen, dass mobiles Arbeiten aus Deutschland automatisch genauso aus jedem anderen Land möglich ist.

Workation im Ausland sollte klar geregelt sein

Beschäftigte haben nicht automatisch einen Anspruch darauf, ihren Arbeitsort für eine Workation ins Ausland zu verlegen.

Unternehmen sollten deshalb klare interne Regeln festlegen.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • zulässige Länder,
  • maximale Dauer,
  • notwendige Genehmigung,
  • Arbeits- und Erreichbarkeitszeiten,
  • IT-Sicherheit und Datenschutz,
  • Versicherungsschutz sowie
  • steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Prüfung.

Je nach Zielland können zusätzliche Anforderungen entstehen.

Ein standardisierter Freigabeprozess kann Unternehmen dabei helfen, jeden Workation-Wunsch vorab zu prüfen.

Welche Workation-Modelle gibt es?

Workation kann sehr unterschiedlich gestaltet werden.

Individuelle Workation

Einzelne Mitarbeitende wählen einen Ort und beantragen, dort für einen begrenzten Zeitraum arbeiten zu dürfen.

Team-Workation

Ein Team verbringt gemeinsam einige Tage oder Wochen an einem anderen Ort und verbindet konzentrierte Arbeitsphasen mit gemeinsamen Aktivitäten.

Workation als Benefit

Unternehmen können eine bestimmte Anzahl an Workation-Tagen pro Jahr ermöglichen und damit ihr Angebot an flexiblen Arbeitsformen erweitern.

Arbeiten aus Coworking-Spaces

Statt aus Ferienwohnung oder Hotel können Beschäftigte professionelle Coworking-Angebote nutzen. Das bietet häufig bessere Voraussetzungen für konzentriertes Arbeiten und stabile technische Infrastruktur.

Workation mit anschließendem Urlaub

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zunächst für einen bestimmten Zeitraum am Reiseziel zu arbeiten und anschließend regulären Urlaub anzuschließen.

Dadurch lassen sich längere Aufenthalte ermöglichen, ohne dass die gesamte Zeit als Urlaub genommen werden muss.

Für welche Unternehmen eignet sich Workation?

Nicht jede Tätigkeit kann ortsunabhängig ausgeführt werden.

Für Beschäftigte in Produktion, Pflege, Logistik oder anderen Bereichen mit notwendiger Präsenz ist Workation in der Regel kaum umsetzbar.

Geeigneter ist das Modell für Tätigkeiten, die bereits heute weitgehend digital und ortsunabhängig erledigt werden können.

Unternehmen sollten deshalb prüfen:

Passt Workation zu unseren Tätigkeiten?

Ist unsere technische Infrastruktur dafür geeignet?

Welche Zielgruppen profitieren tatsächlich davon?

Und lässt sich das Angebot fair in unsere Arbeitsorganisation integrieren?

Gerade der letzte Punkt ist wichtig.

Wenn manche Beschäftigtengruppen aufgrund ihrer Tätigkeit keine Workation nutzen können, sollten Unternehmen transparent damit umgehen und prüfen, welche alternativen Flexibilitätsangebote für diese Mitarbeitenden möglich sind.

Workation als Teil moderner Arbeitgeberattraktivität

Workation ist kein Modell, das automatisch zu jedem Unternehmen passt.

Richtig gestaltet kann die Möglichkeit jedoch ein interessanter Bestandteil von New Work, Employer Branding und Mitarbeiterbindung sein.

Entscheidend ist dabei nicht, möglichst außergewöhnliche Benefits anzubieten.

Viel wichtiger ist, Arbeitsmodelle zu schaffen, die zu den Tätigkeiten, zur Unternehmenskultur und zu den tatsächlichen Bedürfnissen der Mitarbeitenden passen.

Denn moderne Arbeitsgestaltung bedeutet nicht, Arbeit und Urlaub miteinander zu vermischen.

Sie bedeutet, dort mehr Flexibilität zu ermöglichen, wo sie für Unternehmen und Beschäftigte sinnvoll funktioniert.

Quellen:
AOK – Betriebliche Gesundheitsförderung und Gesundheitstage
GKV-Spitzenverband / DVKA – Telearbeit und Workation im Ausland
Techniker Krankenkasse – Workation im Ausland
Industrie- und Handelskammern – rechtliche Aspekte von Auslandstätigkeiten