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Stellentitel von Stellenanzeigen

Der Stellentitel gehört zu den wichtigsten Elementen einer Stellenanzeige.

Er ist häufig der erste Berührungspunkt mit einer offenen Position und beeinflusst, ob potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten die Stelle überhaupt als relevant wahrnehmen.

Gleichzeitig spielt der Jobtitel für die Auffindbarkeit einer Stellenanzeige eine wichtige Rolle.

Ein guter Stellentitel sollte deshalb vor allem drei Dinge leisten:

verständlich sein, zur Zielgruppe passen und den tatsächlich gesuchten Job möglichst genau beschreiben.

Klarheit statt kreativer Jobtitel

Bei Stellenanzeigen gilt häufig: Verständlichkeit schlägt Kreativität.

Interne Bezeichnungen oder fantasievolle Titel wie „Sales Rockstar“, „Marketing Ninja“ oder „Feel Good Hero“ mögen innerhalb eines Unternehmens funktionieren, entsprechen aber nicht unbedingt den Begriffen, nach denen Jobsuchende suchen.

Besser sind etablierte und möglichst eindeutige Berufsbezeichnungen.

Statt einer internen Funktionsbezeichnung sollte sich ein Unternehmen deshalb fragen:

Nach welchem Begriff würde eine geeignete Kandidatin oder ein geeigneter Kandidat tatsächlich suchen?

Ein präziser Jobtitel erleichtert nicht nur das Verständnis, sondern kann auch die Auffindbarkeit der Stellenanzeige unterstützen.

Welche Informationen gehören in einen Stellentitel?

Im Mittelpunkt sollte immer die konkrete Position stehen.

Je nach Stelle können ergänzende Informationen sinnvoll sein, wenn sie für die Einordnung relevant sind.

Beispiele wären:

Controller (m/w/d)

Senior Controller (m/w/d)

Projektleiter Elektrotechnik (m/w/d)

Servicetechniker Automatisierungstechnik (m/w/d)

Der Titel sollte jedoch nicht mit möglichst vielen zusätzlichen Informationen überladen werden.

Angaben zu Benefits, Gehalt oder ausführliche Werbebotschaften gehören besser in die Stellenbeschreibung.

Google Trends für die Auswahl von Jobtiteln nutzen

Bei mehreren möglichen Berufsbezeichnungen kann Google Trends eine hilfreiche Orientierung bieten.

Unternehmen können dort beispielsweise zwei oder mehrere Begriffe miteinander vergleichen und prüfen, wie sich das Suchinteresse im Zeitverlauf oder regional unterscheidet.

Das kann interessant sein, wenn unterschiedliche Begriffe dieselbe oder eine ähnliche Tätigkeit beschreiben.

Beispielsweise könnte geprüft werden, ob eine Zielgruppe eher nach:

„Softwareentwickler“ oder „Software Developer“

beziehungsweise

„Vertriebsmitarbeiter“ oder „Sales Manager“

sucht.

Wichtig dabei: Google Trends zeigt relatives Suchinteresse und keine exakten monatlichen Suchvolumina. Die Ergebnisse sollten deshalb als ein Hinweis unter mehreren betrachtet werden.

Wie lang sollte ein Stellentitel sein?

Für einen guten Stellentitel gibt es keine universelle Zeichenzahl, die für jede Stellenanzeige optimal ist.

Wichtiger als eine möglichst genaue Länge ist, dass der Titel:

  • schnell verständlich ist,
  • die wesentliche Position beschreibt,
  • keine unnötigen Informationen enthält und
  • auch auf mobilen Geräten gut erfassbar bleibt.

Statt einen Titel künstlich auf eine bestimmte Zeichenzahl zu bringen, sollte deshalb die Relevanz jedes einzelnen Begriffs geprüft werden.

Kurz genug, um schnell verstanden zu werden – präzise genug, um die richtige Zielgruppe anzusprechen.

Der Stellentitel muss zur Zielgruppe passen

Ein Job kann je nach Branche oder Zielgruppe unterschiedlich bezeichnet werden.

Genau deshalb sollte die Auswahl des Stellentitels Bestandteil der Zielgruppenanalyse im Recruiting sein.

Unternehmen können sich dabei beispielsweise fragen:

  • Welche Berufsbezeichnung nutzt unsere Zielgruppe selbst?
  • Nach welchen Jobtiteln wird gesucht?
  • Welche Begriffe verwenden Wettbewerber?
  • Welche Bezeichnungen sind innerhalb der Branche üblich?
  • Werden eher deutsche oder englische Titel verwendet?
  • Welche Qualifikation oder Spezialisierung muss bereits im Titel deutlich werden?

Gerade bei Spezialistenpositionen kann eine zusätzliche fachliche Konkretisierung helfen.

Ein allgemeiner Titel wie „Ingenieur (m/w/d)“ liefert beispielsweise deutlich weniger Orientierung als „Projektingenieur Elektrotechnik (m/w/d)“.

Stellentitel aus Sicht der Kandidaten denken

Unternehmen verwenden intern häufig Stellenbezeichnungen, die über Jahre gewachsen sind.

Diese müssen jedoch nicht automatisch für den externen Kandidatenmarkt geeignet sein.

Ein interner „Technical Solution Expert Level II“ kann für die eigene Organisationsstruktur vollkommen verständlich sein. Ein potenzieller Bewerber sucht möglicherweise jedoch nach „Anwendungsingenieur“ oder „Technical Consultant“.

Deshalb sollte zwischen interner Stellenbezeichnung und externem Stellentitel unterschieden werden.

Die externe Variante sollte sich möglichst daran orientieren, welche Begriffe Kandidatinnen und Kandidaten kennen und verwenden.

Jobtitel regelmäßig überprüfen

Berufsbezeichnungen verändern sich.

Neue Technologien, Aufgabenbereiche und Tätigkeitsprofile führen dazu, dass neue Jobtitel entstehen und andere an Bedeutung verlieren.

Deshalb lohnt es sich, Stellenanzeigen und Stellentitel regelmäßig zu überprüfen.

Dabei können beispielsweise folgende Daten helfen:

  • Ergebnisse bisheriger Stellenanzeigen,
  • Klick- und Bewerbungszahlen,
  • Suchbegriffe von Kandidaten,
  • Jobportale,
  • Google Trends,
  • Wettbewerbsanalysen und
  • Erfahrungen aus Active Sourcing und Direktansprache.

Gerade Recruiter, die täglich mit Kandidatinnen und Kandidaten sprechen, erhalten oft einen guten Eindruck davon, welche Berufsbezeichnungen auf dem Markt tatsächlich verwendet werden.

Ein guter Stellentitel verbessert die Candidate Journey

Der richtige Jobtitel ist kein Detail.

Er hilft Kandidatinnen und Kandidaten bereits beim ersten Kontakt dabei, schnell einzuschätzen, ob eine Position relevant sein könnte.

Ein guter Stellentitel sollte deshalb:

klar, präzise, branchenüblich, zielgruppengerecht und leicht verständlich sein.

Er sollte weder durch besonders kreative Formulierungen auffallen wollen noch sämtliche Informationen der Stellenanzeige vorwegnehmen.

Denn das Ziel ist nicht, einen möglichst außergewöhnlichen Jobtitel zu entwickeln.

Das Ziel ist, von den richtigen Menschen gefunden und verstanden zu werden.

Genau deshalb beginnt eine erfolgreiche Stellenanzeige bereits bei der Wahl ihres Titels.