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FRAUEN IN FÜHRUNGSPOSITIONEN IN OSTDEUTSCHLAND

Wie stark sind Frauen in Führungspositionen in Ostdeutschland vertreten? Und wie unterscheidet sich ihre Situation von der in Westdeutschland?

Verschiedene Studien haben sich mit dieser Frage beschäftigt und zeigen interessante Unterschiede zwischen Ost und West. Besonders spannend ist dabei der Blick auf Sachsen-Anhalt und auf Unternehmen aus unserer Region.

Die folgenden Zahlen beziehen sich auf die in den genannten Studien und Quellen ausgewerteten Daten und bilden daher den jeweiligen damaligen Untersuchungszeitraum ab.

Der Ost-West-Vergleich in Zahlen

Auch Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung sind Ostdeutsche insgesamt in vielen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Führungspositionen unterrepräsentiert.

Eine gemeinsame Untersuchung von RBB, MDR und der Universität Leipzig betrachtete unter anderem die Spitzenpositionen der jeweils 100 umsatzstärksten Unternehmen in Ost- und Westdeutschland.

Dabei zeigte sich ein auffälliger Unterschied beim Anteil von Frauen:

In den 100 umsatzstärksten Unternehmen Westdeutschlands wurden zum Zeitpunkt der Untersuchung 109 Personen in Spitzenpositionen erfasst. Darunter befanden sich lediglich zwei Frauen – ein Anteil von rund zwei Prozent.

Bei den 100 umsatzstärksten Unternehmen Ostdeutschlands wurden insgesamt 168 Personen in Spitzenpositionen berücksichtigt. Hier lag der Frauenanteil bei rund neun Prozent.

Damit waren Frauen in den untersuchten ostdeutschen Unternehmen zwar weiterhin deutlich in der Minderheit, aber häufiger in Führungspositionen vertreten als in der westdeutschen Vergleichsgruppe.

Warum gibt es Unterschiede zwischen Ost und West?

Als ein möglicher Erklärungsansatz wird häufig die unterschiedliche gesellschaftliche Entwicklung in Ost- und Westdeutschland genannt.

In der ehemaligen DDR gehörte die Erwerbstätigkeit von Frauen wesentlich stärker zum gesellschaftlichen Alltag. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurde durch eine andere Betreuungsinfrastruktur unterstützt.

Diese historischen Unterschiede können bis heute Einfluss auf Erwerbsbiografien, Karrierewege und das Selbstverständnis berufstätiger Frauen haben.

In diesem Zusammenhang wird teilweise auch vom sogenannten „Merkel-Kick“ gesprochen: Nach der Jahrtausendwende nahm der Frauenanteil in verschiedenen Führungsbereichen zu. Die zeitliche Entwicklung fiel dabei mit Angela Merkels Aufstieg in höchste politische Führungspositionen zusammen.

Ein direkter kausaler Zusammenhang lässt sich daraus jedoch nicht automatisch ableiten.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Für den Unternehmensvergleich betrachtete die Studie die Geschäftsführungen beziehungsweise Vorstände der jeweils 100 umsatzstärksten Unternehmen in Ost- und Westdeutschland.

Bei Unternehmen mit mehreren Geschäftsführenden wurden entsprechend mehrere Personen berücksichtigt. Bei Unternehmen mit Vorstand wurden die jeweiligen Vorstandsmitglieder in die Auswertung einbezogen.

So sollte ein möglichst vergleichbares Bild der wirtschaftlichen Führungsebenen in Ost- und Westdeutschland entstehen.

Frauen in Führungspositionen in Sachsen-Anhalt

Für HYDE Executives ist insbesondere der Blick auf Sachsen-Anhalt interessant.

Eine damalige Auswertung von CRIFBÜRGEL zeigte, dass Sachsen-Anhalt beim Anteil weiblicher Führungskräfte über dem bundesweiten Durchschnitt lag.

Bundesweit wurde für 2019 ein Frauenanteil in Führungspositionen von 24,2 Prozent ermittelt. 2020 lag dieser bei 24,9 Prozent.

In Sachsen-Anhalt betrug der Anteil 2019 26,3 Prozent und 2020 26,1 Prozent.

Damit lag Sachsen-Anhalt in beiden Jahren über dem bundesweiten Durchschnitt, auch wenn der Anteil innerhalb des Landes von 2019 auf 2020 leicht zurückging.

Andere ostdeutsche Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen erreichten in der damaligen Auswertung sogar Werte von rund 30 Prozent oder mehr.

Frauen in Führungspositionen in der Region Halle

Auch in Halle und Sachsen-Anhalt gibt es Beispiele für Frauen in verantwortungsvollen Führungspositionen.

In den von uns damals betrachteten regionalen Unternehmen und Institutionen gehörten dazu beispielsweise Manuela Münch bei SONOTEC sowie Prof. Dr. Erica Lilleodden am Fraunhofer IMWS in Halle.

Solche Beispiele zeigen, dass weibliche Führung auch in technologie- und industriegeprägten Bereichen der Region sichtbar ist.

Female Leadership bei HYDE Executives

Auch HYDE Executives wurde von einer Frau gegründet.

Für uns steht dabei allerdings nicht das Geschlecht einer Führungskraft im Vordergrund, sondern die Frage, welche Persönlichkeit, Erfahrung und Kompetenz zu einer Aufgabe und zu einem Unternehmen passen.

Gerade bei der Suche nach Fach- und Führungskräften lohnt es sich, Kandidatenmärkte breit zu betrachten und unterschiedliche Karrierewege, Perspektiven und Potenziale einzubeziehen.

Denn erfolgreiche Führung ist vor allem eines: eine Frage von Kompetenz, Persönlichkeit und Passung.

Quellen:
RBB / MDR / Universität Leipzig – Studie zu Ostdeutschen und Ostfrauen in Führungspositionen
Haufe – Frauen in Führungspositionen im Ost-West-Vergleich
Volksstimme – Frauen in Führungspositionen in Sachsen-Anhalt